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Zum Tod von André Lappert

Mit André Lappert ist ein aussergewöhnlicher Mensch gegangen. Die Begegnung mit ihm war für mich weit mehr als ein journalistischer Termin: Sie war eine inspirierende Erfahrung, die nachwirkt.

Für mein Porträt über André Lappert durfte ich einen Mann kennenlernen, der die Welt des Hörens, des Raums und der Stille auf eine ganz besondere Weise verstand. Er war nicht nur Akustiker, sondern ein Mensch mit einer seltenen Sensibilität. Sein Denken verband Geometrie, Physik und Materialwissen mit Intuition, Lebenserfahrung und einer fast poetischen Wahrnehmung des Klangs. Schon im Porträt wurde deutlich, wie sehr ihn die Frage beschäftigte, wie Architektur und Akustik zu einer stimmigen Einheit werden können. 

Besonders beeindruckt hat mich seine Bescheidenheit. Trotz seiner grossen Erfahrung und seines aussergewöhnlichen Könnens trat André Lappert nie laut auf. Vielmehr war er ein Mensch des genauen Hinschauens und des tiefen Zuhörens. Er wirkte auf mich wie jemand, der Räume nicht nur berechnete, sondern innerlich erfasste. Im Gespräch wurde spürbar, dass er sich immer auch in die Menschen hineinzudenken versuchte, die einen Raum später erleben würden. Genau darin lag wohl ein Teil seiner besonderen Begabung. 

 

Seine Arbeit war geprägt von einem ganzheitlichen Verständnis. Er wollte nicht einfach technische Probleme lösen, sondern Atmosphären schaffen, in denen sich Menschen wohlfühlen. Das zeigte sich in ganz unterschiedlichen Projekten – von Kirchenräumen bis zu Unternehmensgebäuden – und in seiner Überzeugung, dass gute Akustik nicht nur funktional, sondern auch menschlich und schön sein müsse. 

Ich habe André Lappert als warmherzigen, feinsinnigen und innerlich sehr reichen Menschen erlebt. Seine Aussagen über Stille, Wahrnehmung und Harmonie haben mich tief berührt. Dass ich ihm journalistisch begegnen durfte, empfinde ich als Geschenk.

 

Mein Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden.

 

Marianne Kürsteiner